Mittwoch, 2. September 2015

Im T-Shirt über die Alpen !

Tja, wer hätte das gedacht ? 20° in 2.500m Höhe auf dem Großglockner ! Traumhaftes Wetter von Anfang bis Ende der Austrian Indian Tour 2015 ! T-Shirt Wetter eben ! Wenn Engel reisen...:-)
Die Anreise am Dienstag auf Achse von Andy zum ersten Quartier in Mühlbach am Hochkönig ging zwar noch teilweise über nasse Strassen, aber die Regenhose konnte in der Satteltasche bleiben. Während Florian und Michael früher gestartet waren und noch im Regen zum Treffpunkt in Lofer fuhren, schoben wir quasi die Regenwolken vor uns her. Bei der Mittagsrast am Schliersee kam schon die Sonne zum Vorschein.
Merke: Nicht immer fängt der frühe Hahn die Henne... (so oder ähnlich geht doch der Spruch ?)

Unsere Blackhawks liefen jedenfalls wie geschnitten Brot. Der erste Abend im Birgkarhaus ging recht locker flockig vonstatten. Gegenseitiges Kennenlernen der Teilnehmer aus Slowenien, Frankreich, Tchechien, Belgien, Deutschland und natürlich Österreich war angesagt.
Der Parkplatz ist voll
Olivier baut den Magneto aus
Regenbogen überm Dientener Sattel
Oh und fast hätte ich Marcin aus Polen vergessen. Wahrscheinlich weil der auf seiner Cannonball-Harley anstatt einer Indian ankam. Aber die Kiste hatte allen Unkenrufen zum Trotz 1.100km Non-Stop Fahrt aus Warschau durchgehalten. Auch ohne Service nach dem Cannonball. Und zurück nach Hause ist er auch wieder gekommen.
(c) Schlechter Fotograf
Nur Olivier hatte am ersten Abend reichlich zu Tun mit dem Magneto seiner Powerplus. Der war komplett abgesoffen beim Transport auf dem Hänger. Aber Olivier nahm den in aller Ruhe komplett (und wirklich komplett) auseinander.
Uhrmacherarbeit
Zwar schaffte er es nicht mehr das Teil rechtzeitig wieder für den nächsten Tag zu verbauen, aber ab dem 2. Tag lief die 1000ccm Maschine wie ein Lottchen. Berg rauf und Berg runter. Da konnte sich manche Scout ein Scheibe von abschneiden. Ich will ja keine Namen nennen, wohl Schorsch ;-)
Da lief sie noch....
Die erste Tour war mit 200km genau richtig zum Einspielen der Gruppe. Es hakte zwar noch hier und da, aber insgesamt lief es schon recht harmonisch mit den 20 Motorrädern. Olivier hatte von Gsottl eine original Lack BMW R51/3 zur Verfügung gestellt bekommen.
Pour de bon ?  Oliver sur la BMW (c) Schlechter Fotograf
Die Runde führte uns über die Roßfeldstrasse zum Hauptquartier des Föhrers ;-) auf den Obersalzberg. A bisserl viel Fotostopps bei der Hitze für meinen Geschmack, aber Fritz will ja wieder einen Film drehen und spätestens wenn wir die DVD in Händen halten werden wir sagen, dass sich die Stopps gelohnt haben.
Auf dem Obersalzberg
Die zweite Runde führte über 300km durchs Salzburger Land nach Bad Ischl und Hallstatt. Zurück über die Postalm. Oder war das schon auf der Hinfahrt ? Die Landschaft flog einfach vorbei.
Eine Powerplus auf der Postalm
Man konnte nicht genug kriegen. Alles tief einsaugen und abends noch von zehren. Auf der Tour stieß für ein paar Stunden Heinz mit seiner wunderschönen 4-Zylinder Cleveland Bj 27 dazu. Ein Traum von Motorrad.


Dann kam der Freitag und die Königsetappe über den Großglockner stand an. 08.00h morgens Abfahrt, kurze Anfahrt nach Fusch und dann ging es in freier Fahrt hinauf in den blauen Himmel ! Wenig Autos und Radfahrer unterwegs, also gaben wir unseren Chiefs Gummi.
Da ging's hoch
Gipfelfoto !
Das war eh 'ne Schau mit den 4 schwarzen Blackhawks hintereinander. Wobei hintereinander nicht lange galt. Michel und Andy gaben mächtig Zunder und waren recht schnell außer Sichweite. Andy wurde dann allerdings auf halber Strecke mit einem Kurzschluss im Batteriekasten eingebremst. Da hatte sich wohl was durch das Geschüttel gelockert.
Wo bleibst so lang ?
Meine Chief begann mit wachsender Höhe etwas zu spucken. Das ist halt der Nachteil eines modernen CV Vergasers, den man während der Fahrt nicht nachregulieren kann. Sei's drum, dafür rennt der in Siegerländer Höhen gut. Alle kamen oben an, einige machten sogar noch das letzte Stück auf die Edelweißspitze. Habe ich mir angesichts von Wohnmobilen, die das in Angriff nahmen, erspart. Die Kupplung wollte ich mir nicht verrauchen.
Olivier mit seiner Powerplus und...
...Florian mit seiner 101 auf dem Gipfel !
Nach dem Millstätter See sollte dann der zweite Höhepunkt des Tage in Angriff genommen werden. Die Route sollte über eine kleine Strasse übers Hochrindl und Deutsch Griffen nach St Lambrecht führen. Genau: Sollte. Wenn allerdings der Letzte der Hauptgruppe (Nein Andy, du bist nicht gemeint) nicht an der Kreuzung stehen bleibt um den letzten 6 den Weg zu zeigen, dann fahren die über die Turacher Höhe und sind eine Stunde eher am Ziel. :-)
Erholung nach dem Gipfelsturm
Ja ok, das Navi zeigte eigentlich die richtige Route. Aber da war noch was mit einem Idioten in einem Lieferwagen auszudiskutieren und überhaupt wir meinten am Vorabend was von Turacher Höhe gehört zu haben. Wir haben uns dann abends beim Bier darauf geeinigt, dass zumindest das Wort Turach gefallen war. ;-)
Zur Strafe mußte Gsottl Zündkerzen wechseln
Übers Hochrindl sind wir aber dann doch noch am nächsten Tag zurück gefahren. Obwohl auch hier wieder mit kleiner Truppe. Schorsch's Scout schwächelte etwas den ersten steilen Anstieg hoch. Und da ich das Navi  mit der Route hatte, zuckelten wir mit ein paar anderen dem Hauptfeld hinterher. An der Tanke an der wir uns am Vortag verloren hatten, wartete dann aber die ganze Truppe und es ging mit allen im Konvoi weiter. Die Strecke über die Nockalmstrasse fand ich noch beeindruckender als den Großglockner. Zwar nicht so hoch hinaus, aber dafür auf einer Kreisstrasse anstatt einer Art Autobahn. Auf der ersten Höhe waren wir von staunenden Hogies umzingelt. Als Olivier mit der Powerplus einlief fiel denen endgültig der Unterkiefer runter. Hat Spaß gemacht. :-)
Unterwegs auf der Nockalmstraße
Herrliche Landschaften

Mit Obertauern, Flachau, Wagrain und St Johann ging es durch Orte, die ich vorher nur im Winter vom Skifahren kannte. Der Aufmerksamkeitsgrad war schon enorm, wenn wir in langer Schlange durch die Ortschaften rollten. Und da noch Ferienzeit war, gab's reichlich Publikum.
Da macht Tanken und Fahren Spass

Ab der Tanke in Bischofshofen hinauf zum Birgkarhaus gab's wieder aufgelöste Formation. Das Duell mit Michael verlor ich unter mysteriösen Umständen. Ich wollte gerade zum Überholen ansetzen, als sich eine Wespe unter mein T-shirt verirrte. Ein heftiger Stich in die Schulter stoppte mich. Michael dementierte heftig, dass er etwas mit dem gemeinen Angriff zu tun hatte. Wobei ich meine gesehen zu haben, wie er kurz vorher ein Wespennest umgestoßen hat. Denn ich hätte es geschafft ihn zu überholen. Ganz sicher. Isch schwör ! Ok - beim nächsten Mal. ;-)
Der Einlauf auf dem Dorfplatz in Lofer, dem Heimatort von Florian Faltin, war perfekt. Das Ambiente mit den bemalten Häuserfronten, das Kopfsteinpflaster, der laue Sommerabend, der nette Empfang mit Sekt, bildeten einen würdigen Abschluss der Tour. Alle heil angekommen, nur 3 Ausfälle - perfekt.
Happy und erleichtert, dass alle unverseht im Ziel sind
In Reih und Glied
Unsere Rücktour am Walchsee, Tegernsee und Starnbergersee zurück zu Andy lief super. Das Blackhawk-Geschwader harmonierte prächtig. Wenn vier in etwa gleich starke Maschinen über die Landstraßen donnern, macht's vierfach Spaß. Meine Herren, es war mir eine Ehre mit euch fahren zu dürfen. Genau so wie mit allen anderen Teilnehmern.
Das Blackhawk-Geschwader
Florian Faltin und sein Team haben eine perfekte Veranstaltung auf die Beine gestellt. Da können wir noch lange von zehren. Danke dafür. Cu in 2017 !
Edelweiß und ein guter Roter zum Abschluß

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