Donnerstag, 25. April 2013

Gewogen – und für gut befunden !

Letztes Wochenende habe ich dann endlich mal den Plan vom letzten Jahr umgesetzt und bin nach Geldrop zum >>AMCA Treffen<< gefahren. Manchmal dauern die Dinge halt etwas länger. ;-) Ich denke, ihr kennt das. Das AMCA Meeting war ein kleines, feines Alt-Herren Treffen mit wunderschönen originalen Maschinen, die zu 98% amerikanischen Ursprung waren.

Zwei 60iger Jahre Triumph und eine Scheunenfund Motobecane rundeten das Feld ab. Der >>Antique Motorcycle Club of America<< hat in USA über Zehntausend Member. Die Europa Sektion hat knapp 400 Mitglieder. Das Schöne an diesem Treffen ist, dass Leute aus ganz Europa zusammen kommen: Von Finland im Norden bis Italien im Süden.
Am beeindruckendsten für mich waren die Original-Lack Motorräder, als da waren ein Indian Taxi Gespann von 1925 >>Webalbum hier<< und die erst kürzlich nach über 70 Jahren auf einem Rotterdamer Dachboden gefundenen Harleys und Motobecane. >>Webalbum hier<< Unglaublich.
Osvaldo mit seinem Original 1925iger Indian Taxi Gespann
Ein wichtiger Bestandteil der AMCA Treffen ist das „Judging“, also das Bewerten von Motorrädern auf Originalität. Hier gibt es verbindliche Bewertungskriterien. Man fängt bei vollen 100 Punkten an und zieht dann jeweils ¼ Punkte für Fehlteile oder Abweichungen vom Original ab. Bei max je 4 Punkten in den 25 Baugruppen kann man nach Adam Riese bis zurück auf 0 Punkte gehen. Aber das würde wohl nur passieren, falls Langgabler-Thorsten seinen Panhead Chopper zur Bewertung in der Original Restored Klasse anmelden würde.... ;-)) Wobei, der würde sofort disqualifiziert, da Rahmen und Motor Nr nicht baugleich sind. Ach so, AMCA Mitglied muss man auch sein. Sollte aber eigentlich klar sein. Drei Klassen gibt es: “Unrestored“ “Restored“ und “Period Modified".
Besprechung der Punktrichter
Zu solch einem Treffen fährt man entweder mit einem möglichst originalen Teil, oder aber man macht genau das Gegenteil nach dem Motto: “Cutomizing is not a crime“ und nimmt einen Elektronikzündungs-Primärbelt-Bobber mit. Ich habe mich mal vorsichtshalber für die erste Variante entschieden und den WL Bobber zuhause gelassen – man kann ja nie wissen, ob die Herren vom AMCA das mit dem Not-a-Crime auch so sehen oder ob man gleich verhaftet wird. ;-) Daher hab ich die Excelsior Super X in den Bus geladen. 
Nur das Nötigste: Bike + Bier !
Nach anfänglichem Zögern, habe ich mich dann doch entschlossen 20 Euro zu investieren und eine Bewertung vornehmen zu lassen. Als dann Samstag Morgen mit den Harleys begonnen wurde, war ich mir nicht mehr sicher, ob das Geld gut angelegt war, denn da wurden zB die fehlenden Unterlegscheiben gesucht. 
Zum Glück war mir beim Verladen noch eingefallen, dass ich letztes Jahr eine Schraube im Dashboard verloren hatte und beide Schrauben daraufhin mit in 'ner Kiste gefundenen Torx Schrauben (welch ein Frevel) ersetzt hatte. Die eine noch vorhandene Linsenkopfschraube wieder eingesetzt, hatte ich schon einen ¼ Punkt gerettet. 
Gewogen und für Gut befunden !
Umso überraschter war ich, als am Abend die Awards übergeben wurden. Auf Anhieb 97,5 Punkte und Junior First ! Da kam ich zwar nicht an Berndt aus Finland heran, der 99,5 Punkte ergattert hatte, aber so ein Holzbrett mit einer Plakette gab's auch für mich.
Berndt, Steve + Peter
Bremslicht, Pitting auf der Felge und noch ein paar Kleinigkeiten führten zum Abzug von 2,5 Punkten. Jeff Roth, von dem ich das Motorrad vor Jahren gekauft habe und der es zu dieser Perfektion restauriert hat, gebührt das Lob. Klasse Arbeit. Und aus dem regen Email Verkehr mit ihm am nächsten Tag nehme ich die Gewissheit mit, dass wir beim nächsten Mal noch etwas besser abschneiden können. Er hat mich mit reichlich Munition versorgt. Die Nieten im Foodboard haben nämlich doch den richtigen Durchmesser... ;-))
Es gab noch eine Super X im Feld !
Neben den schönen Motorrädern, und dem Erfolg beim Judging bleibt vom Wochenende:
  • alte Bekannte wiedergetroffen und neue, nette Leute kennengelernt zu haben
  • richtige, authentische Scheunenfunde gesehen zu haben
  • Burn-Out-Rudi mal wieder für ein Treffen begeistert zu haben
  • Fündig geworden zu sein ! Nein, keine Motorradteile, sondern im Keller die Restbestände an Christkindl Glühwein gefunden zu haben. Bei Nacht-Temperaturen um 3° kam das richtig gut ;-))
    Das Notwendigste passte auf den Tisch !
  • dass Rudi aus alter Gewohnheit auch 'ne Gaskartusche mitgebracht hat. Man muss sich dann nicht über die zuhause Vergessenen ärgern.
  • Das Rührei bei niedrigen Temperaturen schneller stockt als Spiegeleier. 
  •  das Siegerländer Schwarzbrot auch in Holland gut schmeckt.
Und zu guter Letzt: Die Erde dreht sich genau so wie vorher - trotz der 97,5 Punkte ! ;-)

Mehr Bilder gibt es in diesem >>Webalbum<<

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen